Geschichte
SWISS International Air Lines entstand mit (grosser finanzieller) Mithilfe des Bundes, einiger Kantone und der Schweizer Wirtschaft nach der Swissair-Pleite im Oktober 2001. Damit die Schweiz nach wie vor über eine eigene, international tätige Airline verfügt, wurde auf Basis der Basler Crossair AG für Regionalflugverkehr die neue Airline aufgebaut.
Neben dem bestehenden Streckennetz der Crossair (sowie deren gesamter Flotte) sah der 'Phoenix' genannte Plan die Übernahme von gut 2/3 der rentablen Swissair-Strecken und 26 Lang- und 26 Kurz/Mittelstrecken- Flugzeuge vor.
Ein neuer Name muss her
Die Namensgebung der neuen Airline beschäftigte die halbe Nation. Aus rechtlichen Überlegungen konnte die weltweit gut eingeführte Marke 'Swissair' nicht verwendet werden; zu gross war die Gefahr, dass Flugzeuge der neuen Airline wegen Schulden der konkursiten Airline im Ausland festgehalten würden. Auch der Name Crossair schien für den weltweiten Einsatz wenig geeignet und schlussendlich fand man mit SWISS (Kurzform), bzw. SWISS International Air Lines, die Lösung. Der Design-Guru Tyler Brulé zeichnete für die schlichte, in weiss gehaltene Bemalung mit roter Aufschrift in englisch und den vier Landessprachen deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch, verantwortlich.
Schwieriger Start
Der Start der jungen Airline Ende März 2001 fiel in eine ausserordentlich schwierige Zeit. Aufgrund der rückgängigen Erträge im Fluggeschäft nach den Terroranschlägen in New York vom 11. September 2001, dem Afghanistan- und Irak- Feldzug der USA und ihrer Verbündeten, sowie der SARS-Epidemie vor allem im asiatischen Raum, erwies sich der Plan als zu ambitiös und musste mehrfach überarbeitet werden. Es zeigte sich auch, dass insbesondere die gewünschte Verschmelzung der beiden Pilotencorps grosse Probleme bereitete und die gewünschte Kostenführerschaft durch schlanke Abläufe nicht erreicht werden konnte. Die Flottengrösse musste von ursprünglich 129 Maschinen auf noch 79 reduziert und weitere unrentable Strecken gestrichen werden. Auch im Personalbereich musste, nicht zuletzt zur Sicherung der restlichen Arbeitsplätze, ein massiver Stellenabbau hingenommen werden.
Anschluss an Allianz und neue Flugzeuge
Die immer wieder diskutierte Frage nach dem Anschluss an eine Allianz konnte erst im Herbst 2003, also über 1 1/2 Jahre nach dem Start der Airline, befriedigend beantwortet werden, als der Anschluss an die von British Airways und American Airlines dominierte OneWorld-Allianz bekannt wurde. Aus verschiedenen Gründen kam der Beitritt zur OneWorld-Allianz nicht zustande. Eine Weile schien die Zukunft der SWISS wieder auf Messers Schneide zu stehen. Restrukturierungsmassnahmen fruchteten aber. Im Frühjahr 2005 wurde schliesslich bekannt, dass die Deutsche Lufthansa SWISS übernehmen würde. In der Zwischenzeit wurde auch der Anschluss an die StarAlliance abgeschlossen und die SWISS fliegt in den schwarzen Zahlen.
Bereits früh wurde auch an die Zukunft gedacht. Die Bestellungen für die brasilianischen Regionaljets Embraer 170 & 195 sind noch ein Crossair-Erbe. Im Zusammenhang mit der Redimensionierung wurde die Bestellung aber massiv verkleinert und die Ablieferung hinausgeschoben. Im Charterverkehr kommen ab 2003 (als MD-83 Ersatz) zusätzliche, neue Airbus A 320 zum Einsatz. Im Langstreckenbereich werden die MD-11 durch Airbus A 340-300 ersetzt. Aufgrund der Redimensionierung werden nun aber auch nicht alle bestellten Flugzeuge übernommen. Dieses moderne Flugzeug ermöglichen aufgrund der Airbus-Familien-Philosophie (Teilegleichheit mit A 330-200, Cockpit-Kompatibiliät zwischen A 320-Familie und A 330/340 ermöglicht flexiblen Einsatz der Piloten) tiefere Betriebskosten als die bereits seit rund 12 Jahren im Einsatz stehenden MD-11.
