Die Pilotenausbildung musste bis 1990 auf dem altehrwürdigen Vampire- Trainer (im Einsatz ab 1953) erfolgen. Die Beschaffung eines modernen Trainingsflugzeuges war eine absolute Notwendigkeit. Bereits in der Vorentscheidung schieden die italienische Aermacchi Mb339 und die spanische CASA 101 Aviojet wegen ungenügenden Triebwerksleistungen aus; die Endausmarchung machten der französische/deutsche Alpha-Jet und der englische Hawk untereinander aus.
U-1251 im Auslieferungszustand
Die Entscheidung fiel 1987 und die Schweizer Luftwaffe bestellte 20 BAe Hawk T.66 mit Ablieferung zwischen 1990 und 1991. Bis dahin wurde der Falke (Hawk) bereits von 10 Luftwaffen zur Schulung eingesetzt; ausserdem fliegt das Display-Team der Royal Air Force, die Red Arrows mit dem britischen Muster.
U-1270 der 'letzte' Hawk
Traditionellerweise erhält die letzte Maschine einer Serie spezielle Abzeichen. So wurde der in Sitten/Sion stationierte Hawk T.66 U-1270 am 31. Oktober 1991 mit dem Wappen des Standortkanton Wallis sowie einem Falken mit einer (Walliser) Tomate versehen abgeliefert (c) Hansruedi Huber
Endmontage in der Schweiz
Von den 20 Maschinen wurde die erste in England gebaut und als U-1251 am 8. November 1989 nach Emmen überflogen. Die restlichen 19 Hawks wurden schliesslich unter Regie der damaligen Flugzeugwerke Emmen (heute RUAG) in verschiedenen Schweizer Luftfahrtbetrieben endmontiert. Der letzte Hawk-Trainer konnte am 31. Oktober 1991 an die Fliegertruppen übergeben werden. Die Hawks trugen die Seriennummern U-1251 bis U-1270. Während des Einsatzes bei der Luftwaffe stürzte die U-1256 nur gerade 4 Monate nach Ablieferung am Westhorn (VS) ab.
Frühzeitige Ausserdienststellung
Nach nur gut 12 Jahren aktiven Einsatzes wurde der BAe Hawk T.66, der mit einem konventionellen Cockpit ausgerüstet den hohen Anforderungen der modernen Militäraviatik nur noch bedingt genügte, mitte Dezember 2002 ausser Dienst gestellt worden. Die 19 verbliebenen Maschinen sind inzwischen nach Finnland verkauft und auf dem Strassenweg geliefert worden.
Für die Schulung der Jetpiloten wird nach einer neuen Lösung gesucht; so schulen einige NATO-Länder bereits heute ihre Piloten in einer gemeinsam betriebenen Pilotenschule in Kanada (auf Beech MkII T-37 [PC-9-Lizenzbau] und modernen Hawks). Ein Entscheid steht noch aus.