PC-9

Das Schulflugzeug PC-9 ähnelt ihrem Vorgänger, dem PC-7, zwar, ist aber eine Neukonstuktion, die nur rund 10 % Teilegleichheit aufweist. Neben einem bedeutend stärkeren Triebwerk verfügt der PC-9 vorallem über ein in der Höhe abgestuftes Cockpit und ein neues Flügelprofil. Der Entschluss zum Bau wurde 1982 gefasst; der Erstflug fand am 07. Mai 1984 statt. Der erste Auftrag für vier Maschinen ging aus Burma (heute Myanmar) ein.


PC-9 der Roulettes (Kunstflugteam der australischen Luftwaffe)

PC-9 der kroatischen Luftwaffe


Sogar aus England wurde ein grösserer Auftrag für die Royal Air Force erwartet: aus politischen Gründen ging der Auftrag für 130 Schulflugzeuge aber an Embraer (Lizenzproduktion bei Shorts). Weitere Abnehmer für die Maschine waren bisher Angola (4), Australien (65, teilweise Lizenzfertigung), Irak (10), Kroatien (20), Myanmar (9), Saudi- Arabien (45), Schweiz (12), Slowenien (9 werksneu/3 ehemals US Air Force), Thailand (23) und Zypern (2). Bisher wurden gut 200 Maschinen gebaut und weltweit verkauft. Neben der brasilianischen Tucano erwächst dem PC-9 heute vorallem Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Der für die US Air Force mit Beech weiterentwickelte PC-9 Mk II hat sich ebenfalls sehr erfolgreich auf dem Markt etabliert. Ein entgangener Auftrag schmerzt zwar; immerhin fallen jedesmal Lizenzgebühren für Pilatus an.


PC-9-Trainer der australischen Luftwaffe mit einem F/A-18A C-412 PC-9 als Zielschleppflugzeug bei der Schweizer Luftwaffe Vier slowenische PC-9 im Formationsflug.

US-Lizenzbau Beech Mk II

Im Hinblick auf einen Grossauftrag für gut 700 Schulflugzeuge für die amerikanische Luftwaffe und Navy suchte Pilatus die Zusammenarbeit mit Beech (heute Rytheon/Beechcraft) und entwickelte aus der PC-9 die Beech Mk II/T-6 A Texan II. Gegenüber dem PC-9 sind rund 70 % der Bauteile neu konstruiert worden. Die wensentlichen Unterschiede sind eine verstärkte Rumpfstruktur, neue Cockpithaube, Druckkabine und die modernste Elektronik.


Ein Demonstrator flog im September 1992 erstmals; gefolgt vom 1 Prototypen am 23. Dezember 1993. Die T-6 A gewann schliesslich die Entscheidung und es steht die Beschaffung von 711 Maschinen zur Debatte, welche ab 1999 geliefert werden. Bestellt wird jedoch nur tranchenweise, was auch die Belieferung von Drittbestellern zulässt. Es sind dies u.a. Chile (15-20), Griechenland (45) und Kanada (24 für die multinationale NATO Flying Training Flugschule in Moose Jaw).


Beech Mk II NFTC - NATO Flying Training in Canada

Technische Daten PC-9

Triebwerk 1 Pratt & Whitney PT 6A-62 (1150 PS, reduziert auf 950 PS)
  4-Blatt Verstellpropeller
   
Leistungen Max. Geschwindigkeit: 667 km/h; Reisefluggeschwindigkeit: 556 km/h
  Max. Steigleistung: 1247 m/Minute
  Max. Einsatzhöhe: 11582 m/M
  Reichweite: 1538 km
   
Gewicht Max. Abfluggewicht: 3200 kg
   
Besatzung 2 Personen: Flugschüler + Fluglehrer, Pilot + Passagier
   
Abmessungen Länge: 10.175 m
  Höhe: 3.25 m
  Spannweite: 10.12 m

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